Handvoll Silbermünzen unter die hoffnungsvolle Jugend aus⸗ theilen ließ.
Als er die Zügel rückte um ſich nach einer andern Seite zu begeben, fiel ſein Auge auf den Fremdling in der Heimath, der ihn unterdeſſen unverwandt angeſchaut hatte. Er fixirte ihn eine Weile, ritt dann näher und rief mit ausgeſtreckter Hand: Was muß ich ſehen? Das iſt ja Unſer Freund Roller! Nicht?
Ew. Durchlaucht haben ein gutes Gedächtniß, erwiderte Hein⸗ rich Roller, indem er aus den ländlichen Zuſchauern hervortrat: mir aber thut es wohl ſo unverändert befunden zu werden.
Nun, nun! ſagte der Herzog gutmüthig lächelnd: ſo ganz unverändert iſt man denn doch eben nicht. Wir müſſen alle vor⸗ wärts, mein Freund; die Jahre thun uns den Gefallen nicht, mit uns zu warten. Aber das Ausſehen iſt gut, etwas voller als ehedem. Nun, ich ſag', das freut mich. Wie lang iſts her daß wir uns zum letzten Mal geſehen haben?
Ein volles Jahrzehend und drüber.
Der Herzog nickte nachdenklich. Und wie hat Er— wie iſts Ihnen ſeither ergangen?
Ew. Durchlaucht wiſſen daß ein Leben aus Sonnenſchein und Wolken beſteht. Damit iſt mein Schickſal in der Kürze bezeichnet.
Das ich morgen in Hohenheim des Breiteren zu erfahren hoffe. So ein paar alte Freunde werden doch nicht an einander vor⸗ übergehen?
Heinrich verbeugte ſich. Der Herzog trieb ſein Pferd an und zögerte doch zugleich. Beſondre Geſchäfte im Vaterlande? fragte er noch rückwärts gebeugt.
Familien⸗ und Freundesangelegenheiten, wobei ich mein Ver⸗ trauen auf Ew. Durchlaucht ſetze.
Gut, gut! Alſo morgen in Hohenheim!— Er grüßte mit der Hand und ritt hinweg.
Während der Angeredete ihm nachſah, hörte er einen der beiden Lehrer, die ſich in der Nähe befanden, zum andern ſagen:


