Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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Wiederſehen in der Heimath.

Heimathliche Natur! wie biſt du treu mir geblieben! Zärtlich pflegend, wie einſt, nimmſt du den Flüchtling noch auf. und die Pfade rötheſt du mir, es wärmt mich und ſpielt mir Um das Auge, wie ſonſt, Vaterlandsſonne! dein Licht. Hölderlin.

Herbſtſchüſſe knallten vom Neufen herüber, und die ſonnige Heiterkeit der Landſchaft war von jener eigenthümlichen Färbung gedämpft, die wir eine elegiſche nennen dürfen, ohne damit bloß die Stimmung anzudeuten die das Menſchenherz der Natur will⸗ kürlich aufzudringen liebt; ſondern es war jenes leiſe Weh das die Mutter der Weſen fühlt, jener Blick der Rührung welchen Himmel und Erde nicht verleugnen können, wenn ſie ihre große Abſchiedsfeier zuſammen begehen. Die Berge der Alp, mit ihren Wäldern im wunderbaren Todesſchmucke prangend, ſahen auf einen lleinen ländlichen Friedhof herein, wo zwiſchen Kreuzen und ſpärlichen Grabſteinen ein Mann in tiefes Sinnen verloren ſtand. Er blickte auf eines der beſcheidenen Denkmale, deſſen verſchiedene Inſchriften ſeltſam gegen einander abſtachen; denn während die Vorderſeite mit einem frommen Bibelſpruche geziert war, hatte auf der Rückſeite ein oſſianiſcher Klageton Platz gefunden und ſprach von Tagen die vorüber ſind. Der Wanderer lächelte; er dachte an den Kampf den er einſt mit ſeinem Vormund führte, Schiller's Heimathjahre. II. 24