Teil eines Werkes 
1. Band (1857)
Entstehung
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Ich will! rief er, ergriffen von dem innigen Ton der Stimme, obgleich er kein Wort von allem verſtand. Der anmuthige Knabe legte ſich ſeine Hand aufs Haupt, wie zum Segen, und huſchte davon.

Was dieſer Geiſt immerwährend wunderſame Blaſen aufwirft! ſagte er, der zierlichen Geſtalt nachſehend, wie ſie durch die Reihen dahinſchlüpfte. Er konnte ſichs nicht verſagen ihr von Weitem zu folgen; noch einen Blick, vielleicht noch ein Wort, dann hatte er ja ſeinen Wunſch erreicht und konnte gehen. Was ſie nur ge⸗ meint haben mochte? doch er war ja ihrer phantaſtiſchen Reden gewohnt.

Da ſah er ſie auf einmal mit einem Zigeuner im Geſpräch, und glaubte dieſelbe Maske zu erkennen die ihm im Corridor be⸗ gegnet war. Das Geſpräch ſchien lebhaft geführt zu werden, der Zigeuner hatte eine Stellung angenommen als ob er Befehle em⸗

pfinge. Heinrich konnte die Augen nicht abwenden, unwillkürlich näherte er ſich ihnen und ein eiferſüchtiges Gefühl hatte ihn beſchli⸗ chen. In dieſem Augenblick wurde er hart am Arm gefaßt, und wie er ſich umwandte vermochte er kaum einen Ausruf der Be⸗ ſtürzung zu unterdrücken, denn er ſah niemand Geringeres als den leibhaftigen Satanas. Der hölliſche Fürſt war ſo vollſtändig coſtü⸗ mirt wie ihn nur der alte Köhlerglaube erdacht und dargeſtellt hat, und ſeine Larve ſo ausdrucksvoll gemalt daß gleich der erſte Anblick den Verdacht erwecken mußte, dieſe Erſcheinung ſei nicht aus den Kreiſen des Hofes, ſondern möge wohl eher eine Ausge⸗ burt der Akademie oder ihrer kaum flügge gewordenen Kinder ſein.

Satan ſchwang ſeinen Schürhaken wie ein Scepter über die Verſammlung und ſagte mit einer tiefen gequetſchten Stimme: Willkommen, ehrwürdiger Pater, in meinem Territorio! du haſt mir allein noch gefehlt, nun iſt meine Freude vollkommen. Sind wir ja doch von jeher natürliche Verbündete geweſen! Wenn dieſer euer Menſchenocean von Grund aus umgerührt werden ſoll ſo

werden wir beide wohl die unentbehrlichſten Werkzeuge ſein. Ich Schiller's Heimathjahre. I. 20