lachend. Wiſſen Sie auch was mir am beſten an ihm gefällt? daß er ſeine Heldin unter die Räuber gehen läßt. Das iſt ein Gedanke der die Hofdamen zur Verzweiflung bringt.
Es iſt auch etwas ſtark für eine von Edelreich. Sie werden doch nicht den Geſchmack haben, mein gnädiges Fräulein, ſo weit von der Höhe Ihres Standes herabſteigen zu wollen?
Stand! Rang! rief ſie: das Weib hat keinen Stand, oder vielmehr ſie haben alle nur Einen. Wiſſen Sie wohl daß ich anfangs alles was man von Unterſchieden, Mesalliancen und dergleichen ſprechen hört, für thörichte Ammenfaſelei hielt, bis mich mein Eintritt in die Welt belehrte daß es bittre Wahrheit iſt?
Bei dieſem unumwundenen Glaubensbekenntniß ging in Hein⸗ richs Herzen eine Hoffnung auf, wie ein helles Meteor. Wie ward ihm aber als das Fräulein lachend fortfuhr: Und wiſſen Sie auch daß ich ſchon eine Amour mit einem Zigeuner ge⸗ habt habe?
Er ſtutzte, aber es fiel ihm bei daß es ihre Gewohnheit war den Leuten mit Märchen und Flunkereien in die Queere zu kom⸗ men und ſie zu verblüffen. Daher verſetzte er gleichfalls lachend: Doch wohl nur im Traume?
Verſteht ſich daß es ein Traum war! anwortete ſie, indem ſie ihn bedeutend anſah. Es wird nächſtens an der Zeit ſein die Augen zu ſchließen und den alten Traum fortzuſetzen.
Alſo gute Nacht, meine Gnädigſte?
Nein! rief ſie plötzlich ausbrechend: nein, mein Freund, Sie können ſich nicht vorſtellen wie ich mich ennuyire! Dieſes Cere⸗ moniell! dieſe abgeſchmackten Fratzen! Wozu denn? wenn ich doch nur wüßte wozu? Er hat doch Witz und Geiſt! warum hat er ſich denn ſo ein ſteifes Leben zugerichtet? O daß ich hexen könnte! ich möchte mich in einen Vogel verwandeln, und wenn ich mich unter der Hefe des Pöbels, wenn ich mich Zeitlebens unter den Sperlingen umhertreiben müßte!
In der That, eine gute Vertheidigung! ſagte ſie noch immer


