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nicht geſchehen, wohl fürejetzo und das Künftige eine andere Wen⸗ dung genommen hätten. Wir bekennen es freimüthig, denn dieß iſt die Schuldigkeit eines Rechtſchaffenen, und entladen Uns damit einer Pflicht, die jedem Rechtdenkenden, beſonders aber den Ge⸗ ſalbten dieſer Erden, für beſtändig heilig ſein und bleiben ſollte.
„Wir ſehen den heutigen Tag als eine zweite Periode Unſres
„Lebens an, Wir ſehen den heutigen Tag als einen erneuerten Geburtstag der Liebe, des Gehorſams, der Treue, des Vertrauens -Unſrer lieben und getreuen Unterthanen an, ja, Wir ſehen ihn an, dieſen Tag, als von Gott geſchenkt, um alle Unſre wahrhaft getreue Diener und alle Uns ſo nahe am Herzen liegende liebe Unterthanen landesväterlicher Gnade, Huld und Vorſorge ver⸗ ſichern zu können.“—
Heinrich hatte mit ſteigendem Staunen zugehört; der volle Eindruck dieſes Augenblicks, in welchem ein Fürſt ſich vor ſeinem Volke demüthigte, ſtürmte ſo mächtig auf ſein junges Herz ein, daß er ſich kaum ruhig an ſeinem Platze zu halten vermochte: er bewegte ſich hin und her, und ſah unverwandt mit weit offenen. Augen nach der Kanzel. Das iſt. mehr als fürſtlich! rief es jubelnd in ihm: das iſt einzig in der Geſchichte! welch eine Er⸗ hebung gehörte dazu, dieſen Schritt zu thun! Ihm war, als ſei einer von den großen Tagen des Alterthums heute leuchtend nig⸗ dergeſtiegen, und ſein Herz wogte in ſtolzer Freude, als er nun die Vorſätze und Verheißungen vernahm, welche das Bekenntniß des Herzogs ausſprach:„Sorge für die Wohlfahrt des Staats, Ausübung der lauterſten Gerechtigkeit, perſönliche Sicherheit, Ab⸗ helfung jedes Nothſtandes, die genaueſte Aufſicht über den Ver⸗ beſſerungsſtand der Einzelnen und Geſamtheiten,“ lauter Winge, die, obwohl ſie ohne Weiteres zu den erſten Pflichten eines Re⸗ genten gehören, doch bis jetzt ſo vielfach waren vernachläſſigt worden, daß es dem Volke zur Hoffnung und Beruhigung dienen mußte, ſie vom Herzog bei einer ſo feierlichen Veranlaſſung nennen zu hören.


