Teil eines Werkes 
1. Band (1857)
Entstehung
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õõmõmͤn

2.

Von Gottes Gnaden Carl Herzog zu Wirtemberg und Teck ꝛc. Unſern Gruß zuvor, Liebe Getreue! Wir laſſen Euch anliegendes gnädigſtes Reſcript, welches Unſere landesväterliche zärtliche Ge⸗ ſinnungen gegen Unſere liebe und getreue Unterthanen, aus Ge⸗ legenheit Unſeres durch die Gnade des Allmächtigen heute erlebten funfzigſten, mithin halbjahrhundertjährigen Geburtstags ausdrückt, 3 mit dem gnädigſten Befehl zugehen, ſolches Euren Amtsunter⸗ gebenen mittelſt Ableſung von den Kanzeln in einem abhaltenden Gottesdienſt bekannt zu machen, und verbleiben Wir übrigens Euch in Gnaden gewogen. 2 Carl. Hz. W. Hartmanns Reſcripten⸗Sammlung.

Die Gemeinde hatte ſich, etwas verwundert über den unge⸗ wöhnlich frühen Anfang des Gottesdienſtes, nach und nach ver⸗ ſammelt, der Schulmeiſter hanthierte auf der alten Orgel, daß es in allen Gewölben der Kirche widerhallte. Heinrich hatte im Pfarrſtuhl hinter Lottchen Platz genommen, und vergnügte ſich, den Kopf ihrem Nacken ſo nahe als es möglich und ſchicklich war zu bringen und den Duft ihrer Locken einzuathmen; als aber die Orgel ſchwieg und die ehrwürdige Geſtalt des alten Pfarrers auf der Kanzel erſchien, von weißen Haaren umfloſſen, richtete er ſich ſchnell auf und horchte mit geſpannter Aufmerkſamkeit.

Der Greis redete ein kurzes einleitendes Wort über die chriſt⸗ liche Verſöhnlichkeit, welche jeder gegen den andern zu üben habe, ging dann auf das Verhältniß zwiſchen Fürſt und Unterthan über,