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freundlich, wie vorher.. O, wo iſt der Mann, der ſich ruͤhmen duͤrfte, ſcharfſichtig ge⸗ nug zu ſeyn, um ein weibliches Herz ganz durchſpaͤhen zu koͤnnen!
Soll ich ihr hoͤfiſch ſchmeicheln, ihre Gunſt zu gewinnen ſuchen durch Feſte, Gedichte, Se⸗ renaden, und wie dieſe elenden Mittel alle hei⸗ ßen, womit man der weiblichen Eitelkeit ſchmei⸗ chelt, um ſie zur Fuͤrſprecherin zu machen, zur Kupplerinn?
Nein, nein, nein! Um dieſen Preis mag ich Louiſens Gunſt nicht beſitzen. Ich wuͤrde vor mir ſelbſt erroͤthen, ich wuͤrde mich verach⸗ ten, und der Menſch kann nie ſich wahrhaft gluͤcklich fuͤhlen, der ſich ſelbſt verachten muß.
Die Liebe iſt das freie Geſchenk des Her⸗ zens; es iſt des Mannes unwuͤrdig, ſie vom Weibe durch Erniedrigungen zu erbetteln.
Den 6ten Februar
Welcher Wechſel und wie pläͤtzlich!
Louiſe empfand und dachte ganz wie ich,


