171 Blut trank! Meine Strafe war mein Wunſch. Der Tod von Eurer Hand wird der Anfang meiner Ent⸗ ſühnung.“— Schaudernd und doch noch zweifelnd, rief Lothion:„Ihr— Eumeliens Mörder?!“— Ro⸗ derik bejahte ſchweigend, und ſank ſtarr, ohne Lebens⸗ zeichen, zurück. Lothion eilte mit Grauen und Abſcheu
hinweg.—
Als Roderik wieder Leben und Bewußtſeyn fand, war der Hügel und die Gegend umher von einem ſanf⸗ ten Licht umfloſſen, in deſſen Himmelsglanz ein En⸗ gel— ſo ſchien es ihm— in lilienweißem Verklä⸗ rungskleide, die erhobenen Hände im Gebethe gefal⸗ ten, zu ſeiner Seite kniete. Der bethende Engel war Ethelinde. Lothion hatte die Burg mit Entſetzen er⸗ füllt und nicht zugegehen, daß der todte oder ſterbende Mörder Eumeliens dahin gebracht wurde. Da eilten Ethelinde und Edgar noch in der Nacht hinaus zur grauenvollen Stelle, und verbanden den verlaſſenen Unglücklichen, an dem ſie noch Lebensſpuren bemerk⸗ ten, indeß Harriot und Alice bey Lothion zurückblie⸗ ben, der von wilder Begierde brannte, ſelbſt die Leiche des Mörders gräßlich zu verſtümmeln.
So war die Nacht verfloſſen; erſt als das aufglim⸗
mende Morgenroth auf die offene Waldſtelle herab⸗ 8*
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