Jahrgang 
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um Verzeihung baten, Einer den Andern entſchuldigte,

Jeder nur ſich ſelber anklagte, William eines über⸗ eilten Argwohns, Southampton eines unbedachten Mis⸗ griffs. Es ſei vergeſſen! rief der Graf. Was wir

einander zu kurz gethan, ſei der erneuten Liebe als Ge⸗ winn zugelegt!

Wir ſind bewährt auf ewig! erwiderte William. An demſelben Probſtein ward der echte Gehalt unſerer Freund⸗ ſchaft geprüft. Brüder theilen einen Apfel: wir haben eine Thorheit getheilt. Wir ſind gleich! Doch nein! ſeufzte er nach einigen Augenblicken. Wir ſind nicht ganz gleich: Du haſt noch deine Eliſabeth, du biſt geliebt! Ich

Geliebt? verſetzte Southampton. Mein Gewinnſt liegt im Werthe meiner Eliſabeth; denn geliebt biſt auch du wie man nur geliebt werden kann.

Wie meinſt du, Heinrich? fragte William befan⸗ gen, indem er an Alice und des Freundes Brief dachte.

Vergib, William! Es nimmt ſich im Munde des frühern Buhlen nicht gut aus, allein ich muß dir ſagen, daß Thekla nicht mehr ohne dich leben mag, daß ſie ohne dich nicht mehr zu leben denkt. Ihre Leidenſchaft macht ſie achtbar, faſt möchte ich ſagen, macht ſie wieder ehrlich.

Vielleicht! lachte der Dichter mit Entrüſtung auf. O vielleicht kann eine Liebe größer werden, wenn ſie ſich aus den Stücken wieder zuſammenſetzt, in denen ſie ſich an ungezählte Liebhaber vertheilt hatte. Du redeſt doch wol von deiner Roſalie? Von der Roſalie, die in Euerm Hauſe Zuflucht gefunden hatte, und für mich bei einer