Jahrgang 
2
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Erſtes Kapitel.

Ueber Nacht war Southampton's Auftrag für ſeinen poe⸗ tiſchen Freund, wenn auch nicht wichtiger, doch ſpannender geworden. William war früh munter, und ſah der Stunde entgegen, in welcher er Roſalien beſuchen wollte. In Ge⸗ danken hatte er ein leidenſchaftliches Mädchen vor ſich, und überlegte die gewinnendſte Anrede. Leicht würde ſier es ihm nicht machen, fürchtete er, und ſie ſollte es ihm auch nicht leicht machen: er wollte dem Grafen gern einen rechten Dienſt geleiſtet haben. Er geſtand ſich nicht ein, wie erwartungsvoll er eigentlich ſelbſt auf das intereſſante Mädchen war, das einen ſo kühlen Freund, wie den Gra⸗ fen, ſogar in der Zeit ſeiner Bewerbung um die liebens⸗ würdige Eliſabeth Vernon, zu einer Liebesthorheit hatte hinreißen können. Wer hätte alſo dem dichteriſchen Freunde William übel nehmen mögen, wenn er ſelber in Roſaliens Augen ein wenig intereſſant zu erſcheinen bedacht geweſen wäre? Wenigſtens kleidete er ſich mit vieler Sorgfalt an.

Ein Frühbeſuch kam ihm unangenehm. Meiſter Hens⸗ low, ein Mann faſt ebenſo breit, als lang, humpelte ins Zimmer. Er hatte das Anſehen eines rohhochmüthi⸗

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