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Gewohnheit des Tages eintritt und den Tiſch zum Eſſen deckt. Doch wurden die dampfen⸗ den Schuͤſſeln wenigſtens unter edeln Spruͤchen und guten Wuͤnſchen genoſſen.„Was uns die wachſenden Tage beſcheren!“ Dieſen Spruch brachte mit vergnuͤgten Blicken auf Tochter und Freundin der Baron Guſtav aus und die an⸗ geſtoßenen Glaͤſer erklangen.
Ach Gott, die gnaͤdige Frau iſt fort! rief hereinſtuͤrzend Liſette und die laute Freude ver⸗ ſtummte.
Blaß und zitternd erzaͤhlte das Maͤdchen, ſie habe der gnaͤdigen Frau die gewoͤhnliche Abendſuppe bringen wollen und ſie nicht auf dem Zimmer gefunden; darauf habe man in und außer dem Hauſe nach ihr geſucht und ge⸗ rufen, aber keine Spur von ihr entdeckt. Liſette hatte ſie mit dem Crucifix zuruͤckgefuͤhrt und war dann der Beſcherung zugeeilt. Freilich haͤtte ſie ſich gleich wieder zu ihrer Herrin ver⸗


