Viertes Kapitel.
Wir werden nicht erwartet haben, daß die Stimmung, in welcher Moorfeld den erſten Blockhaus⸗Morgen erblickt, und die wir zu An⸗ fang des Vorigen zu berichten hatten, die bleibende ſeines neuen Le⸗ bens geworden. Wir haben ſie gewiß nur als eine Kriſis erkannt, welche den Wechſel der Gewohnheiten mit Naturnothwendigkeit be⸗ gleitet. Dieſe Kriſis ging um ſo raſcher vorüber, je heftiger ſie ſich eingeſtellt. Es iſt am dritten Tage und wir finden Moorfeld's Gemüth wieder im Gleichgewichte. Die Schauder der Fremde haben ſich gemildert, die Liebe zum Eigenthum iſt erwacht. Moorfeld fing an, ſeinem Boden entgegen zu kommen. Lag er auch nicht im ſchönen Ohio⸗ oder Miami⸗Thale oder am waldreichen Geſtade des majeſtäti⸗ ſchen Erie⸗Sees, ſo hätte eine reizvollere Außenſeite leicht auch als ein Werkzeug der Landſpeculation dienen können, um mancherlei innere Schäden damit zu vergolden, wogegen die umſichtigſte Auswahl zu⸗ weilen nicht ſchützt. Moorfeld's blinder Griff aber— Alles in Allem— war kein verfehlter. Erſt indem er ſein Land mit eigenen Augen ſah, indem er das Geſchäft des Ankaufes ratificirte und die be⸗ treffenden Documente eines näheren als flüchtigen Zuſchauerblicks wür⸗ digte, ging ihm der Begriff des Geſchehenen in einem befriedigenden Bilde auf. John Stutering's ſogenanntes„Loos“ war ein Compler von zwei„Sectionen“ d. h. eine Bodenfläche von tauſend achthundert zwanzig Acres. Das ungefähr war eine der größten Realitäten, welche zu dem gleichen Preiſe erreichbar. Dieſer Boden beſtand, wenn nicht aus einer romantiſchen, doch nützlichen Miſchung von Wald und Prairie und war, wie Baum⸗ und Graswuchs zeigte, im Ganzen betrachtet, vortrefflic. So kam es, daß Kenner— unparteiiſche, oder vielmehr eiferſüchtige— den Erwerb des neuen Gentleman⸗Farmers leicht auf den doppelten und dreifachen Werth ſchätzten, wozu beſonders politiſche
D. B. VIII. Der Amerika⸗Müde. 22


