Jahrgang 
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ihm wohlgethan in dieſem Antlitz, aber er ſah nichts darauf als die Ruhe einer ſauber gearbeiteten Figur unter Glasſchrank. Dagegen traf ihn vor der Thür über das Treppengeländer des erſten Stockes herab ein zorniger Mädchenblick aus einem Gehänge, oder vielmehr aus einem Tauwerk von ſchlappen Locken die Geſtalt huſchte im

Nu zurück als Moorfeld zu ihrer Loreleyhöhe ſeinen Blick erhob.

Kopfſchüttelnd ging er auf den bezeichneten Eingang des Parlours zu.

Er klopfte, ohne Antwort zu erhalten. Er beſann ſich nicht lange, ſondern ſchloß vielmehr, daß es landesübliche Sitte ſein müſſe, geradezu zu gehen, ohne ſich an irgend eine Form zu binden, da der Mangel der⸗ ſelben unmöglich die ſpezielle Ungaſtlichkeit dieſes Hauſes ſein konnte. Er trat alſo ein. Das Gefühl unter dem erſten amerikaniſchen Dache zu ſtehen, brachte jetzt eine Pauſe in all ſeine übrigen Empfindungen. Er ſah ſich im Parlour um, erfüllt und ergriffen von dem Bewußt⸗ ſein, daß das Zimmer der Abdruck des Menſchen ſei.

Die Möbelformen hatten nach unſern Begriffen keinen eigentlichen Styl, wohl aber ließen ſeltſame Holzarten manch wunderliche Spie⸗ lerei zu. So ſah Moorfeld ein halb Dutzend ſpindeldürre Stühle, welche mit ſo bizarrer Feinheit geſchnitzt waren, daß ſelbſt die Königin Mab, wie es ſchien, darauf hätte durchbrechen müſſen. Nur eine un⸗ gewöhnliche Holzfaſer konnte dieſe Bearbeitung erlauben, aber die ſinn⸗ liche Vorſtellung des Sitzens war ganz bedachtlos dabei verletzt. Nach demſelben Mißverhältniß zwiſchen Schein und Zweck präſentirte ſich der Sophaüberzug: er brillirte in einem orange⸗prächtigen Farben⸗ muſter, das das Auge lebhaft genug traf, aber das Muſter ſtellte nichts weniger als einen Waldbrand vor. Moorfeld mußte mehr als lächeln, daß der Zumuthung, ſich auf Feuerflammen zu ſetzen, nicht das Ge⸗ ringſte äſthetiſche Bedenken entgegengeſtanden hatte. Auf dem Kaminſims ſtand eine Stutzuhr mit grellen und glänzenden Farben lackirt, ein paar Porcellanvaſen links und rechts zeichneten ſich gleichfalls durch über⸗ ladene Buntheit ungefähr im Geſchmacke unſerer Landleute aus. Im Trumeau erblickte Moorfeld eine ſchlecht modellirte Statuette, welche einen Mann in knappen Stiefeln und Hoſen mit Zopf und Stock, dürftigen Beinen und einem Schlotterbauch vorſtellte. Die Unterſchrift lehrte, daß es Waſfhington ſei. Moorfeld erſchrack bei dem Anblicke dieſes Namens und ſeufzte achſelzuckend: Das iſt der Mann, der ſie