Jahrgang 
2
Einzelbild herunterladen

582

Das war ein Riüthſel, welches Otto nicht zu erforſchen ver⸗ mochte.

Er blieb ſtehen, um ſeinem Bruder nachzublicken, er ſah, daß 4 derſelbe in den Wagen ſtieg und dieſer den Weg nach Deutz einſchlug.

In dem Korridor, an den das Zimmer lag, in welchem die Kleidungsſtücke auſbewahrt wurden, begegnete ihm die Dame wieder; ſie ſchritt raſch an ihm vorbei, ohne ihn zu beachten. Jetzt trat auch Otto in das Zimmer. 4 Der Beamte führte ihn in ein anſtoßendes Kabinet und zeigte auf den Tiſch, auf welchem die Habſeligkeiten des Verunglückten lagen. Otto trat hinzu, er mußte ſich ſelbſt fragen, was er denn 1 eigentlich hier wolle. Was wollte und konnte er durch die Beſichtigung dieſer Klei⸗

Da fiel ſein Blick auf eine Uhr er ſiutzte.

1 dungsſtücke erforſchen, die ihm vollſtändig unbekannt waren?

Es war eine große, ziemlich unförmliche, goldene Taſchenuhr, die man ſo leicht nicht wieder vergaß, wenn man ſie einmal geſehen hatte. * Und Otto erinnerte ſich, ſie geſehen zu haben; Merville, der Beſitzer der Irrenanſtalt, hatte ſie einigemal aus der Taſche ge⸗ zogen, als er ſich damals mit ihm unterhielt.

Wenn dieſer Todte Merville war und ſein Bruder Otto wehrte den Gedanken, der in ſeiner Seele emportauchte, ab, er konnte nicht glauben, daß Heinrich auch dieſes Verbrechen be⸗

1 gangen haben ſollte.

Sind Ihnen die Sachen bekannt? fragte der Beamte. Otto fuhr aus ſeinem Sinnen empor. Ja und nein, ſagte er,ich meine, dieſe Uhr früher einmal geſehen zu haben, aber ich erinnere mich der Perſon nicht mehr, 4 die ſie beſaß. Iſt die Leiche ſehr entſtellt? Was das Geſicht betrifft, ſo glaube ich, daß ein Bekannter 3 die Züge noch zu erkennen vermag. 3Dann wiünſche ich, ſie zu ſehen, entgegnete Otto.Oder iſt die Identität vielleicht ſchon durch Andere feſtgeſtellt?

Nein. Vor Ihnen waren ein Herr und eine Dame hier, keine dieſer beiden Perſonen äußerte den Wunſch, die Leiche zu ſehen.

Sie kannten alſo auch dieſe Sachen nicht?

Der Beamte beauftragte einen Kanzleidiener, den jungen Herrn hinunter zu führen, er bat den letzteren, ihm das Reſultat der 4 Beſichtigung mitzutheilen.

Beim erſten Blick, den Otto auf die Leiche warf, erkannte er,