Jahrgang 
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„Der Hauptſchacht iſt eingeſtürzt,“ ſagte einer von ihnen, „wir ſind verſchüttet.“

„Weiß denn Niemand, ob die Waſſermaſchine noch arbeitet?“ fragte der Alte.

„Sie arbeitet noch,“ erwiderte ein Anderer,„gebe Gott, daß ſie nicht beſcädigt worden iſt.“

„Wäre das der Fall, ſo könnten wir uns Alle auf den Tod gefaßt machen,“ ſagte Nikolas,„die Gewäſſer würden durchbrechen und—“

„Wer weiß, ob wir nicht ohnehin dem Tode verfallen ſind,“ unterbrach ein Bergmann ihn mit dumpfer Stimme.„Iſt der Schacht eingeſtürzt, wer kann uns befreien?“

„Drum hinaufgeſchaut und auf Gott vertraut,“ entgegnete der alte Mann mit ergreifendem Ernſt,„unſer Aller Leben liegt ja in ſeiner Hand.“

Otto hatte noch immer keine Ahnung von dem Unglück in ſeinem ganzen Umfange, erſt, als einige Arbeiter hinausgegangen waren, um ſich Gewißheit zu verſchaffen und dieſe nun mit der Nachricht zurückkehrten, der Schacht ſei vollſtändig eingeſtürzt und ſchwere, dichte Maſſen verſperrten den Ausweg, als ſie hinzu⸗ fügten, daß einige ihrer Kameraden zerſchmettert worden ſeien von dem herabſtürzenden Geſtein, da begriff er, daß nur ein Wunder ſie vom Tode erretten konnte.

Der alte Bergmann, der das Amt eines Steigers verſah, fragte, wie viele verſammelt ſeien, ihrer waren vierundzwanzig.

„Sämmtliche Grubenlichter bis auf zwei werden ausgelöſcht,“ befahl er,„wir müſſen dafür ſorgen, daß wir Licht haben, ſo lange noch Einer von uns lebt. Wer hat Nahrungsmittel?“

Es fand ſich, daß Jeder noch etwas hatte, der Steiger nahm den kleinen Vorrath in Empfang, um ihn ſpäter in Rationen zu vertheilen.

Die vielen Perſonen ware auf einen engbegrenzten, kleinen Raum angewieſen; es blieb ihnen nichts übrig, als ſich hinzu⸗ lagern und in Geduld abzuwarten, ob von Außen ihnen Hülfe gebracht werden konnte.

Sie alle hätten gerne gearbeitet, um das Rettungswerk zu fördern, aber dieſe Arbeit wäre nutzlos geweſen, da Niemand wiſſen konnte, wo man draußen dieſes Rettungswerk begann.

„In Gottes Namen,“ ſagte der Steiger,„laßt uns auf ihn vertrauen, in ſeinen Willen müſſen wir u s fügen.“

Die Mehrzahl der Verſchütteten faltete die Hände und betete, Einige weinten wie die Kinder, einige Wenige dagegen blickten finſter, zornig.

jet ¹ „Das haben wir davon!“ nahm einer von den Letzteren nach