Jahrgang 
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mert, daß Heinrich auf die Zähne beißen mußte, um den Schmerz zu überwinden.

„Wer mir das in meinem eigenen Hauſe und im Beiſein meines Kindes ſagen kann, der iſt ein niederträchtiger Schurke und wäre er auch der Erſte im ganzen Staate,“ knirſchte er. „Mit einem ſolchen Lump mache ich kurzen Prozeß!“

Gewaltſam ſchleppte er ihn hinaus und was hier auf dem Gange vorfiel, konnte Roſa nur ahnen; ſie ſah es nicht, denn draußen herrſchte eine dichte Finſterniß, aber ſie hörte zweimal ein Schallen, wie wenn eine nervige Manneshand mit der Wange eines Andern in innige Berührung kommt und dann ein Poltern und Lärmen, als ob einer der Beiden die Treppe hinunterge⸗ fallen ſei. 3

Gleich darauf trat der Werkmeiſter wieder in die Stube.

Er war blaß, ſein Haar und ſeine Kleidung in Unordnung und er zitterte ſo heftig, daß er ſich hinſetzen mußte, weil die Kniee unter ihm zu brechen drohten.

„Mein Gott, was haſt Du gethan?“ fragte Roſa beſorgt.

„Du hätteſt Dich nicht ſo ſehr hinreißen laſſen ſollen—“ 3„Ich habe den Buben gezüächtigt,“ fiel Tender ihr in's Wort,

während er die naſſe Stirne trocknete,„er wird nun wiſſen, daß der Arme ungeſtraft ſeine Ehre nicht angreifen läßt.“

„Aber die Fabrik, er wird—“

„Bah— ich hege keine Beſorgniſſe deshalb. Ich kenne dieſen Menſchenſchlag, habe oft genug mit ihm zu zhun gehabt. Er wird das Maul halten, Zeugen hat er ohnehin nicht, um ſich rächen zu können. Er wird fürchten, ich könne den ihm widerfahrenen Schimpf weiter erzählen und deshalb—“

„Ich dagegen fürchte, er wird jetzt Schwierigkeiten machen, den Preis erhöhen—“

„Das kann er nicht.“

„Oder von dem Verkauf nichts mehr wiſſen wollen.“

„Herr Wacker hat zugeſchlagen, wir würden ihn auf einen Eid fordern.“

Der Werrkmeiſter erhob ſich.

„Wir wollen einſtweilen über das Vorgefallene ſchweigen,“ fuhr er fort,„die Mutter würde ſich beunruhigen, zudem iſt es auch beſſer, wenn's nicht unter die Leute kommt, ſie nehmen in ſolchen Fällen zu gerne für den Reichen Parthei. Schließ' die Thüre zu und hänge keinen Beſorgniſſen weiter nach, die Sache iſt nicht ſo ſchlimm, wie ſie ſich anſieht.“

Er holte die Papiere, derentwegen er gekommen war und ging hinaus, nachdem er zuvor nochmals ſeine Tochter über die Folgen beruhigt hatte.