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an die Alcazaba ſtießen, und von hohen Mauern umge⸗ ben, von Wachtthürmen überſchaut wurden.
Hier waren gewöhnlich die Haufen von Chriſtengefange⸗ nen zuſammengetrieben, und wie das Vieh auf einem Markte, bis zur Zeit des Verkaufs eingeſperrt worden. Jetzt ſahen ſich die Mauren genöthigt, einer nach dem andern, ihre Heimath zu verlaſſen, all ihr Geld, ihre Halsbänder, ihre Armſpangen, ihre Reife von Gold, Perlen, Korallen und Edelſteinen wurden ihnen an der Thürſchwelle abgenommen, und ſie ſelbſt ſo ſtreng durch⸗ ſucht, daß ſie nichts unbemerkt fortbringen konnten.
Da ſah man Greiſe und hülfloſe Weiber und zarte Jungfrauen, einige von hoher Geburt und vornehmem Stande durch die Straßen ſchwer beladen ihren Weg nach der Alcazaba nehmen. Als ſie ihre Heimath verlie⸗ ßen, zerſchlugen ſle ſich die Bruſt, rangen die Hände, und erhoben ihre weinenden Augen voll Schmerz zum Himmel und ſo ertönte ihre Klage:
O Malaga, verherrlichte, reizende Stadt. Wo iſt nun die Stärke deiner Schlöſſer, wo die Größe deiner Thürme? Wozu frommten dir deine mächtigen Wälle bei Vertheidigung deiner Kinder? Siehe, ſie ſind getrie⸗ ben aus ihrer geliebten Wohnung, beſtimmt, ein Leben der Abhängigkeit im fremden Lande hinzuleben, und fern von der Heimath ihrer Kindheit zu ſterben!⸗
»Was wird aus deinen Greiſen und Frauen werden, wenn ihre grauen Häupter ferner nicht mehr geehrt ſind, was deine Jungfrauen, ſo ſorglich erzogen, ſo zart


