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zum Geſchenk geſandt, im Triumph durch Rom's Stra⸗ ßen geführt, und ſpäterhin zum Chriſtenthum bekehrt. Fünfzig Mauriſche Mädchen erhielt die Königin Johanne von Neapel, die Schweſter Königs Ferdinand, und drei⸗ ßig die Königin von Portugal. Andre machte Jſabelle den Damen ihres Hauſes und den edeln Familien von Spanien zum Geſchenk.
Unter den Bewohnern Malaga's waren vierhundert und fünfzig Mauriſche Juden, größtentheils Weiber, die Arabiſch ſprachen und auf Mauriſche Weiſe gekleidet wa⸗ ren. Alle dieſe kaufte ein reicher Caſtiliſcher Jude los, welcher Generalpächter der von den Spaniſchen Juden beigetriebenen königlichen Einkünften war. Er verſprach, binnen einer gewiſſen Zeit die Summe von zwanzigtau⸗ ſend Dobla, oder Geldpiſtolen zu bezahlen, wobei man alles Geld und alle Juwelen der Gefangenen an Zahlungs Statt annahm. Sie wurden auf zwei bewaffneten Ga⸗ leeren nach Caſtilien geſchickt.
Die große Maſſe der Mauriſchen Einwohner bat, man möge ſie nicht zerſtreuen und als Sklaven verkaufen, ſon⸗ dern ihnen vergönnen, ſich durch eine binnen einer ge⸗ wiſſen Zeit bezahlte Summe loszukaufen.
Darüber hörte Ferdinand den Rath einiger ſeiner ge⸗ ſchickteſten Beamten an. Sie ſagten ihm, wenn Ihr ih⸗ nen nur die Ausſicht auf hoffnungsloſe Gefangenſchaft laßt, werden die Ungläubigen all ihr Gold und ihre Ju⸗ welen in Brunnen und Gräben werfen, und Ihr verliert ſo den größern Theil der Beute; aber wenn Ihr eine be⸗


