Jahrgang 
3
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moſchee, welche geweiht ward, und den Namen Santa Maria de la Incarnacion erhielt.

Nachdem dieß geſchehen, betraten der König und die Königin, in Begleitung des Großcardinals von Spanien und der vornehmſten Edlen und Ritter des Heers, die Stadt und hörten eine feierliche Meſſe. Die Kirche wurde dann zu einer Kathedrale erhoben, und Malaga zu einem Biſchofthum gemacht, das viele der benachbar⸗ ten Städte in ſeinen Sprengel begriff. Die Königin nahm ihre Wohnung in der Alcazaba, in den Gemächern des wackern Schatzmeiſters Ruy Lopez, von wo ſie eine Ausſicht auf die ganze Stadt hatte; der König aber ſchlug ſeinen Sitz in der Kriegerburg Gibralfaro auf.

Nun aber mußte man die künftige Lage der Mauri⸗ ſchen Gefangenen in Betracht ziehn. Alle die, welche fremd in der Stadt waren, und darin entweder eine Zu⸗ flucht geſucht, oder ſie betreten hatten, um ſie zu verthei⸗ digen, alle dieſe wurden ſammt und ſonders als Sklaven angeſehen. Sie wurden in drei Haufen getheilt.

Der eine ward zum Dienſte Gottes ausgeſondert,

man wollte durch ſie Gefangene theils im Königreich Gra⸗ nada, theils in Afrika aus dem Kerker befreien; der an⸗ dre Haufe wurde unter die, welche im Feld oder im Rath bei der Belagerung mitgewirkt, nach ihrem Range ver⸗ theilt, der dritte Theil ward dazu angewandt, um durch ihren Verkauf die großen, zur Eroberung des Platzes gemachten Ausgaben zu beſtreiten.

Hundert Gomeren wurden dem Pabſt Innocenz VIII.