Jahrgang 
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Zwanzighes Kapitel.

Wie die Caſtiliſchen Fürſten Beſitz von Malaga nahmen, und der König Ferdinand ſich durch ſein geſchicktes Handeln mit den Einwohnern bei Beſtimmung ihres Löſegelds auszeichnete⸗

Eine der erſten Sorgen der Eroberer nach ihrem Ein⸗ zug in Malaga war, nach Chriſtengefangenen zu ſuchen. Beinahe ſechszehnhundert, Männer und Weiber, fanden ſich, und unter ihnen waren Leute von Anſehn. Einige von ihnen waren zehn, fünfzehn und zwanzig Jahre in der Gefangenſchaft geweſen. Viele hatten den Manren als Sklaven gedient, andre an öffentlichen Bauten gear⸗ beitet, und manche ihre Zeit in Ketten und Kerkern zu⸗ gebracht.

Man machte Vorkehrungen, ihre Befreiung als einen chriſtlichen Triumph zu feiern. Ein Zelt ward nicht weit von der Stadt errichtet, und mit einem Altar und allem feierlichen Schmuck einer Kapelle verſehen. Hier warte⸗ ten der König und die Königin, die chriſtlichen Gefang⸗ nen vorzulaſſen. Sie ſammelten ſich in der Stadt und ſchritten in rührendem Zuge aus.

Viele von ihnen hatten noch die Ketten und Schellen an ihren Gliedern. Sie waren abgezehrt von Hunger, ihr Haar und Bart gewachſen und wirre, ihr Antlitz