Jahrgang 
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Zwoͤlftes Kapitel.

Leiden der Einwohner von Malaga⸗

Die Leiden Malaga's verbreiteten Kummer und Angſt uͤber die Mauren; ſie gaben jetzt der Beſorgniß Raum, es möge dieſe reizende Stadt, einſt das Bollwerk des Reichs, in die Hände der Ungläubigen fallen.

Der alte Krieger⸗König Abdallah El Zagal befand ſich noch in Guadix, wo er langſam ſeine zerſtreuten Streitkräfte ſammelte. Als das Volk dieſer Stadt von der Gefahr und Noth Malaga's hörte, drang es in ihn, er möge ſie den Belagerten zum Beiſtand führen, und die Faki ermahnten El Zagal, eine ſo treue und anhängliche Stadt in ihrem Unglück nicht zu verlaſſen. Sein eigner kriege⸗ riſcher Charakter brachte ihm Mitgefühl für einen Ort bei, der ſo kräftigen Widerſtand leiſtete, und ſo ſchickte er eine ſo ſtarke Heeresabtheilung, als er nur entbehren konnte, unter dem Oberbefehl eines ausgezeichneten Füh⸗ rers ab, um ſich in die Stadt zu werfen.

Die Nachricht von dieſer Truppenzuſendung erreichte Boabdil'n El Chico in ſeinem königlichen Pallaſt im Al⸗ hambra. Gegen ſeinen Oheim mit Feindſchaft erfüllt, und begierig, den Caſtiliſchen Fürſten ſeine Unterwürfig⸗ keit zu beweiſen, ſandte er unverzüglich eine überlegene