Jahrgang 
2
Einzelbild herunterladen

264

über der trüben Lage ſeiner Angelegenheiten, als ein Maure vor ihn gebracht wurde, der am Thore eine Un⸗ terredung mit ihm begehrt hatte. Er trug eine Reit⸗ taſche, und ſchien einer jener wandernden Kaufleute, die in dieſen Tagen das Land durchzogen, ſich an die Ferſen der Heere hingen, um von den Soldaten die Beute zu erkaufen, und welche wohl Amulete, Flitter und Rauch⸗ werk zum Handel anboten, oft aber auch aus ihren Quer⸗ ſäcken Gegenſtände von großer Seltenheit und hohem Werth, reiche Shawls, goldne Ketten, Halsſchnüre von Perlen und Diamanten, und koſtbare Edelſteine hervor⸗ brachten, alles Dinge, die in Lagern und Städten ge⸗ raubt worden.

Der Maure näherte ſich dem Schlüſſelbewahrer mit ſehr geheimnißvollem Blick.«Senhor,» ſagte er,« ich möchte mit euch allein reden; ich habs über einen koſtba⸗ ren Juwel zu verſügen.«Ich brauche keine Juwele, ſagte der Schlüſſelträger barſch, c«bring deine Waaren den Soldaten.) Beiem Blut deſſen, der am Kreuz ſtarb,» rief der Maure, mit ernſter Feierlichkeit, aver⸗ ſchließt nicht meinem Anerbieten euer Ohr; der Juwel,

den ich zu verkaufen habe, würde für euch von unſchätz⸗

barem Werthe ſeyn, und ihr allein könnt ihn kaufen.

Der Schlüſſelbewahrer wurde durch den Ernſt des Mauren bewegt, und merkte, daß er unter der ſeinen Landsleuten gewöhnlichen Bilderſprache einen wichtigen Sinn verſtecke. Er gab daher den Umſtehenden ein Zei⸗ chen, ſich zu entfernen.

*