Jahrgang 
2
Einzelbild herunterladen

259

weg hinaufgebracht werden, und dennoch beruhte darauf jede Hoffnung des Erfolgs. Daher ſchlug der eifrige Bi⸗ ſchof vor, man ſolle eine andere Straße durch einen gang⸗ bareren Theil des Gebirgs eröffnuen. Dieß würde ein un⸗ geheures und bei gewöhnlichen Mitteln abentheuerliches Unternehmen ſeyn, und daher dem Feind unerwartet kom⸗ men; aber was vermoͤchten Könige nicht, welche über Schätze und Heere geböten? Der Plan gefiel dem unternehmenden Geiſt der Köni⸗ gin. Sechstauſend Mann mit Pickelhaken, Brechſtangen und allen andern nöthigen Werkzeugen wurden Tag und Nacht an die Arbeit geſtellt, und brachen eine Straße mitten durch das Gebirge. Es war keine Zeit zu verlie⸗ ren; denn das Gerücht ging, El Zagal ſey im Begriff, mit einem mächtigen Heere den Feſten zu Hülfe zu komnien. Der unruhige Biſchof von Jaen übernahm die Rolle eines Schanzgräbers, bezeichnete die Richtung und beauf⸗ ſichtigte die Arbeiter; der Großcardinal aber trug Sorge, daß die Arbeit nie ſtocke aus Mangel an Geld.(Zurita Anales de Aragon. Lib. XX., 64. Pulgar. III. c. 51.)

«Wenn der Könige Schätze,» ſagt Bruder Antonip Agapida,«von Prieſterhänden ausgegeben werden, dann nehmen ſie kein Ende, wie die glorreichen Jahrbücher Spaniens bezeugen. Unter der Leitung dieſer geiſtlichen Männer ſchienen Wunder bewirkt zu werden. Faſt ein ganzer Berg ward geebnet, Thäler ausgefüllt, Bäume niedergehauen, Felſen durchbrochen und umgeſtürzt; kurz

11*