Jahrgang 
2
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Zwei und dreißigſtes Kapitel.

Wie der Graf de Cabra einen zweiten König zu fangen ver⸗

ſuchte, und wie ſein. Plan ihm gelang⸗

Die Erhebung des kühnen, thätigen Kriegsmannes auf den Thron von Granada an die Stelle des früheren ge⸗ brechlichen Königs, brachte eine große Veränderung in dem Kriegsſtand hervor und⸗ forderte einen Streich, der das Vertrauen der Mauren auf ihren neuen Fürſten nie derſchlagen, und die Chriſten zu neuen Anſtrengungen zu ermuthigen vermöchte.

Don Diego de Cordova, der tapfre Graf de Cabra, war damals in ſeiner Feſte Vaena, wo er vorſichtige

Wache über die Grenze hielt. Es war jetzt Ende Au⸗

guſt, und er grämte ſich, daß der Sommer ohne einen Einfall in das feindliche Land vorüber gehn ſollte.

Er ſandte ſeine Kundſchafter auf's Suchen aus, und dieſe brachten ihm die Nachricht, daß der wichtige Po⸗

ſten Moclin nur ſchwach beſetzt ſey. Dieß war eine be⸗ feſtigte Stadt, welche ſehr ſteil auf einem hohen Berg

tag, der theils von dicken Wäldern umgeben, theils von

einem Fluſſe umzogen war. Sie beherrſchte einen der rauhen, einſamen Bergyäſſe,

durch welche die Chriſten ihre Einfälle zu machen pfleg⸗

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