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Ein und dreißigſtes Kapitel.
Wie das Volk von Granada El Zagal auf den Thron rief, und dieſer nach der Hauptſtadt zog⸗
Das Volk von Granada war ein wetterwend'ſcher, unbeſtändiger Haufe, außerordentlich geneigt, Könige zu ſetzen und abzuſetzen. Sie hatteng lange Zeit zwiſchen dem alten Muley Aben Haſſan und ſeinem Sohn Boabdil El Chico hin und her geſchwankt, bald den einen, bald den andern, und manchmal beide zugleich, je nach der Höhe und dem Drängen der äußeren Uebel, auf den Thron geſetzt.
Dennoch fanden ſie, daß jeder Veränderung zum Trotz die Uebel ſε immer mehrten, und waren ſo mit ihrem Verſtand zu Ende; wußten keine neue Einrichtung und Anordnung auszuſinnen, wodurch eine kräftige Regierung unter den beiden ſchlechten Königen zu Stande gebracht werden möchte.
Als die Kunde von Ronda's Fall, der die Grenze in die größte Gefahr brachte, anlangte, fand eine ſtürmiſche Verſammlung auf einem der öffentlichen Platze ſtatt. Wie gewöhnlich gab das Volk das Unglück des Landes aus⸗ ſchließlich den Fehlern ſeiner Fürſten Schuld; denn der gemeine Haufe kann ſich niemals denken, daß ein Theil
ſeines Elends von ihm ſelbſt herrühren könnte.
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