Münchhauſens Biographie.
ſondern gemeine Stadt habe allerdings das Recht, zu wiſſen, warum und zu welchem Ende ihr Geld verwendet worden ſei.
Daß ich mit meinen treuen Anhangern alles Möglche that um die Abſcheulichkeit dieſer Grundſaͤtze in's Licht zu ſtellen, kann man wohl denken. Aber die Kinder des Satans hatten ſchon einmal zu viel Terrain gewonnen, als daß ſie zu üͤberwältigen geweſen wären, woraus ſich alle Obrigkeiten der Welt die gar wichtige und nuͤtzliche Lehre ziehen koͤnnen, daß man die Belialsbrut bei Zeiten auf die Finger klopfen muß. In der nächſten Rathsſitzung ſtand der großte Theil der Rathsherren in Maſſe auf und fiel uber mich her, wie der Pariſer Convent uͤber weiland Robes⸗ pierte. Ballhorrn und Altmann zitterten, ich erbleichte und verſprach, des andern Tages dem Verlangen einer ehrſamen Buͤrgerſchaft nachzugeben.„
Nun war güter Rath theuer. Der geneigte Leſer wird ſchon lange gemerkt haben, daß ich durch dieſe Zu⸗ muthungen ſo ſehr in Verlegenheit kam, als die Pattizier einer beruͤhmten Reichsſtadt durch eine aͤhnliche. In meinen Kaſſen war auch nicht ein Heller, und ich ſah zum voraus daß die ſchimpflichſte Abſetzung mein Loos ſein wuͤrde. Als ein kluger Mann nahm ich daher meine Partie ſchnell, packte meine Hubſel ligkeiten in aller Eile zuſammen, hinterließ
der Stadt den leeren Kaſten und verſchwand, ohne jedoch Muͤnchhauſens Biographie. 11


