160 Münchhauſens Biographie.
der Krebs⸗Orden an meiner Bruſt nuͤtze dem gemeinen
Weſen nichts und ich wurde beſſer thun, mich um mein Buͤrgermeiſteramt zu bekuͤmmern als an dem Höſchen zu prunken; aber man kann leicht denken, daß ich reden ließ, wer da reden wollte, und mich damit begnuͤgte Altmann und Ballhorn, meine beiden Zionswaͤchter, durch gnädige Cabinetsbefehle zu geſchaͤrfter Wachſamkeit aufzumuntern. „Mein lieber Altmann!“ ſchrieb ich ihm zu wiederholten Malen,„da ich durchaus dem Unweſen der Neologen und „Aufklarer nicht laͤnger zuſehen will; ſo befehle ich Euch und „der löblichen Buͤchercommiſſion, ja recht ſorgfaͤltig dieſem „Geſchmeiß auf die Finger zu ſehen und nunmehr ernſtlich
„mit Caſſation zu verfahren.“ Inzwiſchen das alles half
nur ſo lange ich als Hofmeiſter glänzte.
Sobald aber mein Durchlauchtiger Goͤnner wie die
Katze vom Taubenſchlage geſchlichen war, ach! da fand ich durch die Erfahrung, wie eitel alle menſchliche Ehre iſt. Ein Trupp Jacobiner⸗Geſindel im Staͤdtchen war frech ge⸗
nug, den ungeheuern, alle burgerliche und moraliſche Grund⸗
feſten erſchuͤtternden Satz aufzuſtellen,„der Magiſtrat müſſſe von der Verwaltung der oͤffentlichen Gelder einer loblichen Buͤrgerſchaft Rechnung ablegen, und es ſei nicht genug daß
man behaupte, dieſe oder jene Summe ſei ausgegeben,


