148 Münchhauſens Biographie.
Auch fremden Kuͤnſtlern war es alle drei Jahre einmal einen Tag lang vergoͤnnt, Schilda's Schaͤtze im Kunſtfach zu bewundern und zu benutzen. Jedoch ſetzte ich nie die gehoͤrige Vorſicht dabei aus den Augen.
Ein junger fremder Landſchaftsmaler bat eines Tages um Erlaubniß, einige ſchoͤne Gegenden um Schilda auf⸗ nehmen zu duͤrfen. Nun war zwar weit und breit nichts zu ſehen, was einer Feſtung ähmich geweſen waͤre, man muͤßte denn ein paar alte verfallene Mauern, die noch aus der Zeit des Schwedenkriegs da ſtanden, dafuͤr haben nehmen wollen. Indeß hielt ich doch fuͤr noͤthig folgende Reſolution darauf zu erlaſſen:
Dem Maler Ke wird zwar die gebetene Erlaubniß, einige Gegenden um hieſige Stadt abzuzeichnen, keineswegs verweigert; jedoch hat ſich derſelbe die nothige Einſchraͤnkung gefallen zu laſſen, daß er bei ſeiner Zeichnung keinen Berg, kein Thal, keinen Fluß und keinen Wald anzubringen ſich unterfange, weil ſonſt ſein Riß im Fall eines entſtehenden Kriegs in feindliche Haͤnde gerathen und gemißbraucht wer⸗ den koͤnnte. Außer dieſen Ausnahmen kann er ab⸗ zeichnen was er immer will.
Ich kann jedoch nicht ſagen, ob der junge Mann von
meiner Erlaubniß Gebrauch gemacht habe. Ich glaube


