Der Burgundiſche Poſtillon. 29
wiederzuſehen, da ich glaube Ihnen geſchrieben zu haben, daß ich auf dieſes Vergnuͤgen fuͤr immer Verzicht leiſte.
— Das iſt allerdings wahr, Herr Graf; aber ich beſite e einen Geiſt des Widerſpruchs und W⸗ gern das, was man mir verbietet.
— Eine ſehr gute Eigenſchaft!
— Finden Sie, daß ich nicht das Recht dazu habe?
— Au contraire— es ſcheint in Frankreich das Privilegium aller ſchoͤnen Frauen zu ſein.
— Und in England ſcheint es das Privilegium der Herren zu ſein.
— Wie meinen Sie das?
— Kann ich das Betragen, das Sie gegen mich be⸗ obachtet haben, mit einem andern Ausdruck, als caprice bezeichnen? Meine Liebe zur Malerei hatte mich in die Pyrenaͤen getrieben. Dort fuͤhrte mich mein Weg Ihnen entgegen. Unſte gemeinſchaftliche Sympathie fuͤr Natur⸗ ſchoͤnheiten brachte uns einander naͤher. Ihr Geiſt, Ihre Originalitãt gefielen mir, und ich empfing Sie ſehr gern als meinen Riſcgefhtten Wiele Amäherung liegt wahr⸗ lich kein Intereſſe von meiner Seite zum Grunde, denn mein Vermoͤgen, ohne eben betraͤchtlich zu ſein, iſt hin⸗ reichend, daß ich meiner Luſt an Kunſt und Wiſſenſchaft frohnen kann, und ſichert vollkommen meine Unabhaͤngigkeit.


