2 Der Burgundiſche Poſtillon.
iſt— ſie iſt ein ſehr ſchoͤnes junges Maͤdchen und dabei ſehr gut. Das findet man jetzt ſehr ſelten vereint.“
— Galopin, iſt kein Brief fuͤr mich angekommen?
— Nein, Herr Englaͤnder, ſpricht Galopin, ich habe noch keinen geſehen!
Der Graf ſteckt beide Haͤnde in die Taſchen ſeines Rockes, geht einige Schritte ſeitwaͤrts und ſpricht halb laut mit ſich ſelbſt:
— Madam Deville hat meinen Brief noch nicht be⸗ antwortet? Sollte die liebenswuͤrdige franzoſiſche Artiſtin boͤſe auf mich geworden ſein?
— Herr Englaͤnder, ruft Galopin, der immer hinter ihm hergeht, wenn Sie wollen, will ich in die Stadt gehen und auf der Briefpoſt nachfragen, ob keine Briefe fur Sie angekommen ſind.
— Nein— iſt unnuͤtz!
Der Englaͤnder faͤhrt in ſeinem halblauten Selbſtge⸗ ſpraͤche fort:
— Es iſt wahr, ich habe die Dame ſehr heftig verlaſſen — ich habe ſie in Baden⸗Baden ganz allein gelaſſen; aber warum war ſie kokett? Sie hat mir ein ſehr großes Un⸗ recht gethan! Ich liebe ſie immer noch, obgleich ſie ſehr kokett iſt!
Eine Magd tritt aus dem Hauſe, ſetzt das Fruhſtuͤck


