Der Burgundiſche Poſtillon. 17
Die rechte Hand dieſes Englaͤnders, deſſen Sprache durchaus keinen Zweifel uͤber ſeine Abkunft uͤbrig laͤßt, trägt ein dickes ſpaniſches Rohr mit goldenem Knopfe, die linke aber ruht in einer ſchwarzen ſeidenen Binde.
— Gehorſame Dienerin, Herr Graf, N antwortet, ſich ſehr artig verbeugend, Deniſe.— Wie befinden Sie ſich heute, wenn ich fragen darf?
— Ganz wohl, vollkommen wohl! Ich bin aber ſehr muͤde! Ich habe ſchon vier Meilen heute Morgen gemacht und bin noch ganz nuchtern, habe noch nichts genoſſen!
— Wie, zwei Poſtſtationen haben Sie nuͤchtern zu⸗ ruckgelegt? fragt der Poſtillon.
— Yes! 60 — Da haben Sie eine doppelte Portion Hafer ver⸗ dient!
Freundlich reicht der Britte Mamſell Deniſen die Hand, wohlgefaͤlig ruht ſein Auge auf den ſchoͤnen Formen der Adoptiv⸗Tochter des Poſtmeiſters und nur Jean⸗Marie's Gegenwart ſcheint ihn abzuhalten, ſeinen zärtlichen Luft zu machen.
— Sie ſind heute noch ſchoͤner als Sie ſonſt ſi in, ſpricht er endlich, nachdem er das huͤbſche Madchen einen Augenblick ſchweigend betrachtet hat.
Deniſe aber ſcheint die Worte nicht verſtehen zu wollen, Der Burgund. Poſtillon. 2


