2 Der Burgundiſche Poſtillon.
ſteht ein großer Stall, an deſſen breiter Eingangsthur Pferde⸗ geſchirr an großen hölzernen Haken aufgehangen iſt.
Hier wechſeln die Poſten die Pferde, denn der Be⸗ ſitzer des Dorfwirthshauſes zu Luxeil hat zu gleicher Zeit
die Poſthalterei.
Vater Chaillou, ein alter gedienter Soldat, verlebt hier den Reſt ſeiner Tage und hat ſich dabei die Aufgabe ge⸗ ſtellt, die Reiſenden durch Speiſe und Trank zu erquicken und weiter zu befordern, naturlich wenn ſie Beides ver⸗ langen und bezahlen.
— Eine Epheu⸗Laube, worin ſich Tiſche und Stuͤhle be⸗
finden, ſchuͤtzt die Gaͤſte, wenn ſie anders nicht das Haus vorziehen, vor den Sonnenſtrahlen und, wenn ein Gewitter
nicht gar zu arg wird, auch vor dem Regen, denn die
Blätter ſind ſo dicht um das Gitterwerk gewachſen, daß das Eindringen von beiden, wenn auch nicht durchaus ver⸗
hindert, doch ziemlich lange hingehalten wird.
Das Ganze hat mehr das Anſehen eines Gartens als
eines Poſthofes.
Es iſt zwar noch fruͤh am Tage; aber die Sonne
hat bereits den Thau von den Blattern geleckt, die ſchon
beginnen ſich welk zu ſenken. Aus der geoͤffneten Thur des Poſtſtalles tritt ein junger Mann hervor, in dem der Stallknecht nicht zu verkennen iſt.


