Teil eines Werkes 
3. Band (1846)
Entstehung
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Ich ſuche den Gott dieſer wirklich himmliſchen Räume. Endlich entdecke ich Carotin; er iſt auf ſei⸗ nen Tiſch geſtiegen und ſitzt wie ein Schneider mit dem Rücken an die Wand gelehnt. In dieſer Poſition malt er.

Aber wo iſt ſein Modell? Es iſt Niemand mehr im Zimmer. Ich blicke umher und bemerke, daß Ca⸗ rotin durch das geöffnete Fenſter nach einem andern Fenſter ſieht, das ebenfalls geöffnet und dem ſeinigen gegenüber iſt. Durch dieſe beiden Fenſter ſieht man in ein armſelig möblirtes Zimmer, worin ein Mann und eine Frau bei Tiſche fitzen und ihr Mittagbrod verzehren.

Das Auffallendſte bei der Sache iſt aber der Um⸗ ſtand, daß beide Perſonen ganz nackt ſind. Dies ſcheint ſie nicht im Geringſten zu incommodiren.

Freund, ſpricht Carotin,Du ſtaunſt meine Modells an, den Bäckergeſellen und ſeine Ehehälfte, nach denen ich Jupiter und Juno male.

Ja, dieſe guten Leute haben nicht Zeit, zu mir zu kommen und hier zu ſitzen, oder ich müßte ihnen den Tag bezahlen, und das würde mich ein wenig in Verlegenheit ſetzen. Da habe ich denn zu ihnen geſagt:

Meine lieben Nachbarn, wollt Ihr mir einen Gefallen thun? Setzt Euch wie Adam und Evanzu Tiſche, wenn Ihr Eure Mahlzeiten einnehmt und laßt Euer Fenſter offen; in dem Stockwerke, wo wir wohnen, kann es ohne Anſtoß geſchehen, denn außer