Teil eines Werkes 
3. Band (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

5

Stockend antworte ich ihm:

Ja, mein Herr, Ihre Tochter hat ein anſtän⸗ diges, beſcheidenes Weſen. Es iſt ſchwer, ſie anzu⸗ ſehen, ohne für ſie das lebhafteſte Intereſſe zu empfinden.

Sie machen mich glücklich durch Ihre Worte Ach, meine arme, kleine Roſa! Ich ſage klein ſie iſt gewiß ſeit drei und einem halben Jahre, daß ich fie nicht geſehen habe, bedeutend größer geworden. Nehmen Sie meinen Dank, mein Herr, vielleicht werde ich noch ganz glücklich!

Sie können ſich wohl denken, daß ich unmit⸗ telbar nach meiner Ankunft in Paris in das Maga⸗ zin ging, wo meine Tochter arbeitete. Ich gebe mich zu erkennen und frage nach meinem Kinde. Man ſagt mir, daß Roſa bereits ſeit zwei Monaten das Magazin verlaſſen habe, um als Ladenmamſell bei einem Krämer auf dem Voulevard Saint⸗Martin Dienſte zu nehmen.

Ich frage nach der Haus⸗Nummer; man weiß ſie nicht mehr.

Ich eile auf den angezeigten Boulevard, gehe in jeden Kramladen und frage nach meiner Tochter. Man ſieht mich erſtaunt an und niemand weiß, was ich will.

Ich kehre in das Magazin zurück, das Roſa verlaſſen hatte, und frage nach andern Kennzeichen; man kann mir aber nichts weiter ſagen.