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„Zum Teufel auch, wer hätte denn denken kön⸗ nen, daß eine Frau ſo dumm ſein wird und glau⸗ ben, man wolle ihr Böſes zufügen, wenn es ſich um einen Scherz handelt. Ich bin überzeugt, daß Ariane im Grunde ihrer Seele an eine Vergiftung nicht glaubt.“
„Aber ſie iſt ein Weib, das gern ſchreiet, gern Aufſehen macht und die Leute in Bewegung ſetzt. Bei dem geringſten Ereigniß, das ihr begegnet, iſt ſie hoch erfreut, weil ſie ein großes, wichtiges Aben⸗ teuer daraus macht!“
„Biſt Du denn Ariane's Liebhaber nicht mehr?“
„Gott ſoll mich bewahren!— Ein Weib iſt in meinen Augen nicht mehr liebenswürdig, wenn ſie wie eine Furie die Augen im Kopfe rollt. Ich habe an Deinen Bürgerinnen und anſtändigen Frauen genug.
„Alle jene Weiber, die ihre Männer betrügen, werden für anſtändige, brave Frauen gehalten und ſehen mit verächtlichen Blicken auf Schauſpielerinnen, Loretten und Griſetten! Dieſe aber machen aus ihrem Vergnügen durchaus kein Geheimniß; ſie wollen auch einem Manne die Augen nicht auskratzen, wenn er ihnen einmal untreu wird, ſie begnügen ſich damit, ebenſo zu handeln, wie er, lieben ihn öfter auch noch, wenn ſich die Gelegenheit dazu dar⸗ bietet. Du ſiehſt, daß alle Vortheile auf ihrer Seite ſind.


