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„Ganz gut— ich habe Ueberfluß an Aufträ⸗ gen. Man zahlt, was ich verlange.“
„Wie— und biſt nicht zufrieden? Kannſt noch ſeufzen?“
„Es iſt der Schmerz, daß ich es mit einer Frau, die mich liebt, nicht theilen kann.“
„Mein Gott, Du wirſt eine Menge Frauen fin⸗ den, die Dich lieben! Du kannſt ſogar deren finden, die neben Dir noch andere lieben— das iſt Ge⸗ wohnheit. Sie machen es wie wir; warum ſollen ſie uns nicht nachahmen?“
„Weil ſie Frauen ſind und mehr Tugend, als wir, beſitzen ſollen.“
„Sie beſitzen auch mehr, als wir; aber die Ko⸗ ketterie verdirbt ſie alle. Suche mir ein Weib, das nicht kokett iſt? Das iſt ſeltener, als eine weiße Am⸗ ſel. Wie, Du ſeufzeſt noch? Sapperment, ich muß Dich aufheitern!“
„Du haſt Recht, Carotin; weißt Du was? Wir gehen dieſen Abend auf den Ball Mabille.“
„Auf den Ball Mabille! Ah, Du denkſt Deine Roſa dort wieder anzutreffen! Doch gleichviel, ich wünſche ſelbſt, daß wir Deine Schöne wiederfinden, und glaubſt Du dann noch an ihre Sittſamkeit und
Tugend, halte ich Dich für den größten Gimpel von
Frankreich und Ravarra.“
Carotin II. 10


