Teil eines Werkes 
2. Band (1846)
Entstehung
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ginnen, die den Ruf als ſtarke Frauen hinterlaſſen

haben, waren ſie in Herzensangelegenheiten nicht

ſehr ſchwach? Hat nicht Helena's Schwachheit den trojaniſchen Krieg hervorgebracht?

Ich würde nie zu Ende kommen, wenn ich Ihnen die Geſchichte von den menſchlichen Schwachheiten erzählen wollte! Wer ſich in meiner Gegenwart rühmte, nie ſchwach geweſen zu ſein, dem würde ich frei und offen antworten: Sie lügen!

Dieſer Vortrag gefiel Deiner Ariane dermaßen, daß ſie mir die Hand reichte und ſagte:

Sie verſtehen mich!

Ich rücke meinen Stuhl abermals näher, und nehme ihren Arm, um zu ſehen, ob ſie Fieber hat; dann lege ich meine Hand auf ihren Buſen, um das Pulſiren ihres Herzens kennen zu lernen.

Carotin, Sie ſind ein Spitzbube! Das iſt un⸗

anſtändig!

Die Aerzte befühlen noch ganz andere Sachen, und man hat doch unendliche Achtung vor ihnen. Während ich alſo Ariane befühle, ſpricht ſie:

Herr Bergeval iſt ein Ungeheuer, der mich ver⸗

räth! Laſſen Sie ihn ſein Unrecht einſehen, führen

Sie ihn zu meinen Füßen zurück, und meine Dank⸗ barkeit ſoll ohne Grenzen ſein. Giebt es nicht einen Trank, der Liebe erweckt? Ach Doktor, geben Sie mir einen ſolchen! Doktor, geben Sie mir etwas.

Während dieſe Dame zu mir redet, ſetze ich mein Betaſten fort und rücke meinen Stuhl dem