Teil eines Werkes 
2. Band (1846)
Entstehung
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das wäre aber nicht galant geweſen, und in unſerm Stande iſt Galanterie ein Haupterforderniß.

Mein Modell iſt im Begriffe, ſich griechiſch zu kleiden. Ob es auch einen griechiſchen Buſen mit angezogen hat, weiß ich nicht, aber es dauert ſehr lange, daß Madame in der Ecke meines Ateliers verweilt, wohin die Blicke zu ſenden ich mich wohl hüten würde, als plötzlich leiſe an die Kammerthür geklopft wird.

Ariane erſcheint und ſpricht mit halber Stimme:

Ich höre nichts mehr habe ich mich getäuſcht biſt Du allein, mein Freund? Ach, welch ein Glück!

Noch ehe ich antworten kann, ſieht meine Ge⸗ liebte nach der Ecke, worin ſich mein Modell ankleidet.

Ein lauter Schrei entfährt Arianen, dann läuft ſie zu der Dame, die eben in ihre Tunica fah⸗ ren will.

Schrecklich! Infam! Eine Frau zieht ſich hier aus eine Frau iſt hier im Hemde, während ich mich zitternd in der Kammer dort verborgen halte!

O, welch ein ſcheußlicher Verrath! Aber ich vermuthete es, ich hatte eine Ahnung davon die⸗ ſen Morgen ſah ich eine große ſchwarze Spinne, die kündet mir ſtets Untreue! Da iſt meine Spinne da iſt ſie!

Die Griechin ſteht wie verſteinert, dann hüllt ſie ſich in ihre Tunica, um glauben zu machen, daß ſie einige Reize verdecke.