Teil eines Werkes 
2. Band (1846)
Entstehung
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eiferſüchtig ſei, und daß er Leute bezahle, die jeden ihrer Schritte belauſchen.

Ich glaube davon nicht ein Wort. Dieſe Dame aber glaubt, daß ein Mann ſie nicht anſehen könne, ohne auf der Stelle in ihre Reize verliebt zu ſein. Geht man durch Zufall hinter ihr, ſo verfolgt man ſie; ſieht man ſie an, will man mit ihr reden; nähert man ſich ihr, will man ihr die Wange kneipen; rich⸗ tet man ein galantes Wort an ſie, will man ſie ent⸗ führen.

Frauen, die immer Ereigniſſe oder Abenteuer haben, werden mit der Zeit unerträglich. Ihre Er⸗ zählung, daß ſie ſo oft Gefahr laufen, bleibt ohne

irkung; wir bleiben kalt und theilnahmlos, wenn ſie berichten, daß zwanzig Nebenbuhler einen Ent⸗ führungsverſuch gewagt haben. Wir glauben nichts, was wir nicht ſehen, und ich weiß nicht, ob wir ſelbſt das glauben würden, was ſich vor unſern Augen ereignet.

Ariane hat den Reiſediener zwei Mal bei mir geſehen. Er iſt mit ſeinem Portrait ſo zufrieden, daß ich bereits zum dritten Male ihne zeichnen muß. Es ſcheint, daß er gewiß iſt, ſeine Rechnung dabei zu finden.

Aber meine empfindſame Freundin lebt auch der Gewißheit, daß er mich nur deshalb ſein Portrait ſo oft malen laſſe, um Gelegenheit zu haben, mit ihr zuſammenzutreffen. Deshalb verſteckt ſie ſich, ſo oft er kommt.