Teil eines Werkes 
1. Band (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

167 Aller Blicke auf ſich zu richten ſcheint, erkenne ich mein junges Mädchen aus dem Theater de la Gaité.

Nein, das iſt nicht möglich! Ich täuſche mich!

Jene hat ein decentes, beſcheidenes Weſen; dieſe ein ungezwungenes, freies.

Jene war einfach, ſehr einfach gekleidet; dieſe, zwar nicht reich, aber kokett.

Jene öffnete kaum den Mund; dieſe plaudert und lacht unaufhörlich mit drei jungen Leuten.

Und dennoch iſt es dieſelbe. Ja, es ſind alle ihre Züge!

Allein heute Abend lacht ſie jeden Augenblick und läßt ihre ſehr ſchönen Zähne ſehen; und dort im Theater lächelte ſie faſt nie.

Ah, jetzt beſinne ich mich, daß ſie auf der rechten Wange ein kleines Mal hat Mein Gott, jetzt wendet ſie ſich ab, daß ich dieſe Seite nicht ſehen kann.

Ich halte es nicht mehr aus; ich gehe auf die erſte Gallerie, damit ich ihr näher bin. Jeder Zwei⸗ fel muß ſchwinden.

Nachdem ich ein Billett gelöſt, laſſe ich mir die Gallerie öffnen. Unmittelbar neben der Loge, die mich beſchäftig, war kein Platz mehr vorhanden; ich war nur durch drei Perſonen davon getrennt, ſo daß ich ganz bequem die junge Frau beobachten kann.

Ich ſage jetzt Frau, denn dies ſcheint ſie mir mehr zu ſein, als eine Demviſelle.

Wer iſt ſie denn? Ich weiß es nicht; aber ſie iſt