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einen Sapeur eiferſüchtig machten. Alles war von einer Schwärze, die in's Blaue ſpielt.
Vielleicht hat er die Abſicht, einſt ein Blaubart zu werden. Die feurige Geſichtsfarbe dieſes Indivi⸗ dui, ſeine ſtark redenden Züge, ſeine artigen Manie⸗ ren und eine kleine Lorgnette, die er von Zeit zu Zeit ſehr geſchickt an ſein rechtes Auge ſetzte, ließen mit Beſtimmtheit vermuthen, daß dieſer ſchöne Herr Er⸗ oberungen ſuche: man las in ſeinen Mienen die feſte Ueberzeugung, daß ſein bloßes Erſcheinen hinreiche, eine Frau zu inflammiren, zu verführen.
Ich glaube, mich jetzt genug mit den mich umge⸗ benden Perſonen beſchäftigt zu haben: ob ich jetzt zum Schauſpiel übergehe?
ber jene junge Dame zu meiner Linken iſt zu niedlich— man ſieht auf der Stelle ihr beſcheidenes, anſtändiges Weſen.— Oft täuſcht man ſich hierin, ich weiß es; aber nicht ſo oft, als man es ſagt.
Unwillkührlich muß ich ſehr oft Blicke nach links ſenden. Der Gegenſtand meiner Bewunderung, das junge Mädchen nämlich, bemerkt nichts davon, ſie iſt ganz in das Stück vertieft; man ſieht, daß ſie mit lebhaftem Intereſſe jeder Scene folgt, jede Perſon aufmerkſam anhört, mit einem Worte, daß ſie von den Theatervergnügungen nicht blaſirt iſt.
Aber jener Herr mit dem Schnurbarte ennuhirt mich; ich kann das hübſche Mädchen nicht anſehen, ohne ſeinem Geſichte zu begegnen und ſeinem großen Barte, er hört nicht auf, ſich umzudrehen um ſie


