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wenn ich Euch gut bezahle? Vater Lukas, liebt Ihr das Geld? — Ja wohl... wenn es ehrlich verdient iſt, verſteht ſich.— Nun gut; da es durchaus nichts Unrechtes iſt, einem Reiſenden ein Abendeſſen zu geben und ihn über Nacht zu behalten, ſo werdet Ihr mich dieſen Abend bei Euch aufnehmen. Seht, hier ſind zum Voraus zwanzig Franken für meine Zeche. Jetzt wollen wir die Beine zuſammenklemmen, ſpornt Ihr Zephir, und beeilen wir uns, Madame Lukas zu beruhigen!“
Der junge Mann hatte einen ſo überredenden, ſo entſchei⸗ denden Ton, ſo abgerundete, heitere Manieren, daß der Bauer nichts auf ſeinen Antrag entgegnen konnte. Zudem liebte Lukas das Geld, und zwanzig Franken ſind auf dem Dorf eine Summe! Man treibt daher das Roß an und trabt weiter.
Auf dem Wege richtet Lukas neue Fragen an ſeinen Ge⸗ fährten:„Ha ſo! Sie kommen alſo aus der Ungegend, denn Sie gingen ohne Hut umher?— Meiner Treu! ich habe keine Zeit gehabt, einen mitzunehmen; es iſt noch ſehr glücklich, daß ich ein Paar Beinkleider und einen Frack anziehen konnte!.— Teufel! haben Sie vielleicht an einem Orte gebadet, wo es verboten iſt? — Ich habe nicht gerade gebadet; ich war aber in der That an einem Orte, wohin zu gehen verboten iſt.— Merke ſchon!
Sie haben ohne Erlaubniß geiagt?— Wie Ihr ſagt, Vater Lukas; ich jagte auf einem Terrain, das mir nicht zugehört.— So, ſo!... dieſe jungen Leute!... nichts kann ſie abhalten. Ei! ei! Sie jagten alſo ohne Rock und Hoſen?— Freilich, um den Vogel zu erwiſchen, auf den ich Jagd machte, iſt es viel be⸗ zuemer.— Ha, ha! es iſt ein Vogel!... Hi doch, Zephir!.. Beim Kuckuk, eine ſonderbare Jagd! Sie ſollten mich auch darin unterrichten, denn ich habe niemals davon ſprechen hören.— Aber, Vater Lukas, es ſcheint mir, daß Zephir nicht mehr ärts geht?— Natürlich, er iſt nicht gewohnt, zwei Laſten zu tragen. — Ich habe einen fürchterlichen Hunger; wo wohn


