Teil eines Werkes 
2. Band (1870)
Entstehung
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zu können Beim Laufen warfen die Franzoſen Alles weg, was ſie veſchwerte, Waffen, Mäntel und Patronen. Nun lagen ſie da m der für eine afrikaniſche Hitze berechneten Uniform, ſroren und hungerten, und die Folge davon waren Krankheiten, die ſich ſchnell verbreiteten. Es war ein jämmerlicher und zugleich ekelhafter An⸗ blick, den ſie darboten. Die Geſichter geſchwärzt von Pulver⸗ dampf und Schmutz, die rothen Hoſen zerriſſen, die gelben Litzen von den Jacken geriſſen, ſo ſchleppten ſie ſich barfuß oder auf dem elendeſten Schuhwerk dahin, in den lang gewachſenen Bär⸗ ten kribbelte das Ungeziefer, die Hände waren mit Ausſchlag be⸗ deckt, gelangten ſie in die Lazarethe, ſo weigerten ſich die Leute ſie anzufaſſen, und bei dem Mangel an Waſſer, der ſo oft herrſchte, war es ſchwer, ſie zu baden und ihre Sachen zu reinigen. Man mußte die Kleidungsſtücke der Todten zur Hilfe nehmen, um die Blößen der Lebenden zu bedecken. So elend war es jetzt mit dieſen Menſchen beſtellt, die vor noch nicht drei Monaten wie zur Maskerade auszogen und mit ihren bunten Uniformen und gol⸗ denen Adlern prahlten.

Auch mit den Offizieren war es nicht beſſer beſtellt. Man konnte ſie mit Stiefeln, aus denen die Zehen hervorſtanden, her⸗ anſchleichen ſehen, einen Sack mit elenden Gegenſtänden, die bis⸗ weilen auf ſeltſame Weiſe erworben waren, auf dem Ricken, müde, hungrig und nicht weniger ſchmutzig als die Gemeinen. Freilich nehmen die Offiziere der unteren Garde in Frankreich eine jämmerliche Stellung ein und laſſen ſich weder an Anſtand noch an Bildung mit deutſchen Feldwebeln und Unteroffizieren vergleichen. Die Wenigſten verſtehen ihren Namen zu ſchreiben, und nichts erweckte größeres Erſtaunen, als wenn einfache deut⸗ ſche Soldaten bei ihren Quartiergebern Zeitungen laſen oder an öffentlichen Gebäuden gar lateiniſche Inſchriften entzifferten.

Auch den Gefahren der Anſteckung an ſchmutzigen Krank⸗ heiten entging die Fürſtin Donato glücklich genug, dennoch war ſie aufs tiefſte betrübt. Der Prinz von Frankreich war geflohen, ſollte ſie ihn jemals wiederſehen, ſollte ſie ewig unaufgeklärt bleiben. oh er ihr Sohn war? Dieſc Frage drängte ſich beſtändig vor ih:e Seele. Und dann noch Eins! Sie hatte jène räthſelhafte