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kranken lagen. Sie wollte ihm heimlich anvertrauen, wer die von ihm geretteten Kinder waren, doch in demſelben Augenblick erblickte ſie wieder jenen Mann im weißen Rocke mit dem rothen Kreuze auf dem Arme. Zitternd legte ſie ihre Hand auf die des Ulanen.
— Der Mann dort, ſehen Sie den Mann? fragte ſie mit bebenden Lippen.
— Wohl ſehe ich ihn, es muß ein Johanniter ſein, werſetzte Friſchmuth, etwas betroffen von ihrer Aufregung.
— Ich ſah ihn geſtern Nacht bei der alten Margot, er han⸗ delte um Leichenraub„ folgen Sie ihm„ ich muß wiſſen, wer er iſt„ ich bitte Sie, folgen Sie ihm nach!
Sie hatte wit bebenden Lippen geſprochen, doch kaum war das Wort von ihrer Zunge, als ſie es bitter bereute. Sie hatte, ohne es zu bedenken, eine furchtbare Anklage auf den Fremden geworfen, der ihr doch ſo lieb geworden war durch eine Aehnlich⸗ keit, die vielleicht nur ſie ſelber fand.
Friſchmuth faßte nur dieſe Anklage auf.
— ₰ da ſoll ihn ja der. er vollendete den Satz nicht. Seien Sie ruhig, den faſſe ich, ſagte er zu Gabrielen, ſolches Diebsgeſindel darf nicht ungeſtraft bleiben, da muß ich gleich hinter her.—
Er ſprang drein, Gabriele rief ihm nach„ vergeblich! Er hörte ſie nicht mehr. Was hatte ſie gethan? Auf Leichen⸗ raub ſtand Todesſtrafe, und hatte ſie den Mann dem Tode über⸗ liefert, der doch die Züge ihres Gatten trug? Ihr war es, als hätte ſie dieſen ſelber getödtet. Mit wankenden Schritten taumelte ſie in das Lazareth zurück. Indeſſen lief Friſchmuth in aller Eile über den Weg, da faßte ihn eine ſtarke Hand.
— Ei Herr Jeſus, Wilhelm biſt Du es denn wirklich?
—, kleiner Dresdner, wo kriegt Dich denn das Wetter hier⸗ her? rief der Ulan und blickte ihn verwundert an.
— Das Schlachtenwetter, ja, das iſt ein böſes Ding, ich wollte, ich wäre daheim! ſeufzte der Andere.
— Weßhalb ſo weichmüthig, Dresdner? Biſt ja ſonſt ein kouragirter Kerl. Ich ſagte oft zu Weinlich: Wo der Heinrich Becker hinſchlägt, da wächſt kein Gras mehr.
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