Teil eines Werkes 
2. Band (1870)
Entstehung
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Nun kam die Infanterie. Die Muſik voran ſchritten ſie munter und lachend hinüber. O welche Luſt, auf den Feind zu marſchi⸗ ren, welche Luſt, die Kraft der Arme, den Muth der unerſchrocke⸗ nen Heldenſeele zu erproben!

Der König hielt drüben mit ſeinem Stabe, der Graf Bismarck in der weißen Uniform mit ſeinem unbeweglichem Geſichte, neben ihm Moltke mit den großen durchbohrenden Augen, und dann die übrigen Generale und Adjutanten, die unabläſſig hin und her⸗ ſprengten, die Befehle zu allen Regimentern brachten und neue zu holen eilken! Ein lautes Hurrah begrüßte den Monarchen, er dankte Allen, vorzüglich den Sachſen, er mochte vielleicht gerade auf ihren Geſichtern die heißeſte Kampfbegierde leſen.

Die Garden waren auf Waldwegen links abmarſchirt, um dem Feinde in die Flanke zu fallen. Sie wollten zeigen, daß ſie nicht blos Staatspüppchen der Armee ſind, und gingen mit Unge⸗ ſtüm darauf los.

Sie begannen den Kampf der von Stunde zu Stunde wuchs. Je höher die Sonne ſtieg, um ſo hitzger wurde das Gefecht, als es Mittag war, erfolgte der Angriff auf St. Privat. Wir nann⸗ ten es ſchon früher eine feſtungsähnliche Stellung, die Bazaine zwiſchen hier und Gravelotte eingenommen hatte. Da galt es zu ſtürmen, und wie ſtürmten die Garden! Heftig wogte der Kampf hin und her, ſchrittweiſe nur kamen die Garden vorwärts, ihre Offiziere wurden niedergemäht, ihre Mannſchaften ſanken reihenweiſe nieder, denn das maſſenhafte Feuer, mit dem ſie von den wohlverſchanzten Franzoſen empfangen wurden, war ſchrecklich. Bis auf fünfzehnhundert Schritk“ wurde der ganze Umkreis der franzöſiſchen Stellung mit Bleigeſchoſſen förmlich übergoſſen. Da hallte von links, von Norden her, mächtiger Kanonendonner, die Garde unterſchied, daß es deutſche Geſchütze waren, deren eherner Mund zu dem Feinde ſprach.

Es waren die Sachſen, welche ſich unter Führung ihres helden⸗ müthigen Kronprinzen auf den rechten Flügel des Feindes war⸗ fen, ſie ſtürmten mit einer ſolchen Gewalt heran, daß die Franzo⸗ ſen weichen mußten.

Zwar waren die Opfer ungeheuer Unzählige bluteten auf

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