Teil eines Werkes 
2. Band (1870)
Entstehung
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Fahrweg nach St, Avold leitet, wo ſich das Hauptquartier des Königs von Preußen befand. 3

So feſt war ſchon vor alten Zeiten die Lage des Ortes, daß der Kaiſer Otto der Große ſie mit unter die vier Städte rech⸗ nete, die ſeinen Landen als Schutzwehr gegen ieden Feind dienen mußten, es war eine der vornehmſten deutſchen Reichsſtädte, ihre Bürger genoßen des höchſten Anſehens, und Karl des Großen unglücklicher Sohn, Ludwig der Fromme, wählte ſie zu ſeinem Be⸗ gräbnißorte. Herrlich ragt der St. Stephansdom, und in ſei⸗ nen heiligen Mauern wurde das Grundgeſetz des deutſchen Rei⸗ ches, die goldene Bulle beſchworen.

Mit dieſem Glanze war es nun freilich vorbei, ſeitdem Metz eine franzöſiſche Stadt geworden war. Viele reiche Bürger wollten lieber deutſch bleiben und wanderten aus, im Handel und Ge⸗ werbe wurde Metz bald von andern Städten überflügelt, es hörte auf, ſeinen Glanz in der Macht ſeiner Bürger zu ſuchen und war nur noch eine franzöſiſche Feſtung. Fruchtbar und maleriſch wie ſonſt erſtrecken ſich noch immer die von Weinreben umſchlungenen Hügelketten an der Moſel entlang, Raps und Färbeſtoffe, Getreide aller Arten baut man mit echt deutſchem Fleiße, dazu werden Tuche und andere Wollenwaaren, Nadeln, Waffen, Spiegel und fünſtliche Blumen in verſchiedenen Fabriken in vorzüglichſter Gü⸗ te angefertigt, und es iſt kein Wunder, daß dem franzöſiſchen Reiche an dem Beſitze dieſes lothringiſchen Hauptplatzes ganz bo⸗ ſonders lag, vorzüglich, da es von hier aus einen überaus leb⸗ haften Handel namentlich mit Süddeutſchland unterhielt.

Die beiden Flüſſe Moſel und Seille bilden verſchiedene In⸗ ſeln, die mit ſchattigen Parken bedeckt ſind, in denen Springbrun— nen glätſchern, Bildſäulen ſtehen und ſich die reizendſten Spazier⸗ gänge entlang ziehen, von hier blickt man in das lachende Mo⸗ ſelthal und über die grünenden Hügel. Tritt man aber in das Innere der Stadt, ſo findet man alterthümliche Kirchen und Häuſer, die noch aus dem zwölften Jahrhundert ſtammen. Aber über Alles ragt der mächtige Dom hervor mit ſeinem dreihundert und fünfzig Fuß hohen Thurme und ſeinen herrlichen Glasmale⸗ reien. Die Stadt ſelbſt liegt auf dem rechten Moſelufer, doch