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Mann langſam über den grünen Wieſengrund dahin. Er ſchritt unverwandt. Nichts feſſelte ſeine Aufmerkſamkeit. Er ſchien es nicht zu bemerken, wenn ein Schwarm von Rebhühnern vor ihm emporflog, oder wenn die Raben, die in der letzten Zeit ſehr häu⸗ ſig geworden waren, kreiſchend über ihm dahin ſauſten... Er ging weiter... jenſeits der Wieſe verſchwand er hinter den Ein⸗ ſchnitten, die das Thal in die Hügelkette machte.
Da fliegt ein ſchwarzer Schatten über die Wieſe, der weiße Rebel umwallt das dunkle Gewand, der Schleier, der das Haupt umhüllt, flattert weit nach im Winde. Es iſt ein Weib, die Eile beflügelt ihren Fuß, ſie fürchtet nicht die einſame öde Gegend, nicht den giftigen Hauch des feuchten Bodens, nicht den Sumpf, in der ihr Fuß verſinken könnte.. ſie läuft, ſie läuft, ſie will den Mann erreichen, der vor ihr dieſen ſchmalen Fußpfad ging, ſchon glaubt ſie ihm nahe zu ſein, ſchon kann ihr Ruf ſein Ohr berühren, da plötzlich verſchwindet er, als ſei er ſelbſt in Nebel zerfloſſen..
Dennoch weicht ſie nicht von ihrem Vorſatze, ſie ſucht ihn in den Bergen, ſie fragt die Leute in dem Dorfe, ob ſie nicht einen Wanderer bemerkt haben, der einen langen weißen Rock und gleich ihr das rothe Kreuz auf dem Arme trug. Niemand weiß von ihm zu ſagen, Niemand hat ihn geſehen.
Noch einmal eilt ſie zum Walde, vielleicht kann ſie ſein hel⸗ les Gewand unter den Bäumen entdecken. vergebliches Mü⸗ hen, Alles iſt ſtill, Alles iſt öde. Traurig ſchleicht ſie zurück, ihre Kraft iſt gebrochen, ſie, die eben noch ſo hurtig lief, ſchleppt ſich jetzt kaum noch weiter. Und, o des Mißgeſchicks! Jetzt iſt der Weg verloren, ſie weiß nicht mehr, nach welcher Seite hin die Wieſe liegt, nicht, wo ſie das Haus zu ſuchen hat, in welchem unter Noth und Elend ihr Wohnſitz iſt. Mit matten Füßen, mit traurigem Gemüthe irrt ſie hin und her, es iſt, als ob ein böſer Dämon ſie neckte, auch nicht das Dorf vermag ſie aufzufinden, in welchem ſie nach jenem Manne fragte.
Jetzt entſinnt ſie ſich, gehört zu haben, daß man weit Ent— ferntes vernehmen kann, wenn man das Ohr auf die Erde legt. Sie thut es, doch außer einem dumpfen Geräuſch vernimmt


