— Kleide Dich an, wir müſſen ſogleich abreiſen! rief der Oheim.
— Ich kann nicht, winſelte das unglückliche Weib.
— Hier ſind Deine Sachen, fuhr er fort und warf ihr das Leinenzeug zu, welches auf dem Tiſche lag. Zitternd hüllte ſich die weinende Frau da hinein, während der Kardinal hinaus ging, um ſeine Befehle zu geben, denn noch in derſelben Stunde wollte er Paris verlaſſen, wo er ſich vor der Schwatzhaftigkeit des Arztes und ſeines Dieners nicht für ſicher hielt. Als er wieder herein trat, hielt er einen Becher in der Hand, in welchem ein würzig riechendes Getränk dampfte.
— Da, trink, Gabriele! ſagte*er mit ſtrengem Tone. Sie lag noch immer auf der Erde, unfähig, ſich ohne Hilfe empor zu richten. Gehorſam nahm ſie den Becher und leerte ihn aus. Wäre es Gift geweſen, wie gerne hätte ſie den Tod getrunken, der ihr als ihre einzige Hoffnung erſchien.
Das feurige Getränk belebte ſie etwas. Langſam fuhr ſie fort, ſich anzukleiden und ſetzte ſich auf ihr Bett, indeſſen der Kardinal ab und zu ging.
Endlich trat er zu ihr und warf ihr einen Mantel um deſſen weiter Kragen ihren Kopf bedeckte.
— Verwünſchter Aufenthalt, ſagte er, jetzt erſt ſind die Pferde da, die uns zur Bahn fahren ſollen. Komm ſchnell, Gabriele, gehorche mir.. oder..
Sie gehorchte willenlos und verließ, halb von ihm getragen, das Haus. Er hob ſie in den Wagen, wo ſie wie leblos in die Polſter ſank.
Das Fuhrwerk raſſelte durch die gedrängt vollen Straßen. Wagen auf Wagen fuhr nach den Tuilerien, dem kaiſerlichen
Eine freudige Nachricht hatte ſich mit Blitzesſchnelle ver⸗ breitet. Die Kaiſerin Eugenie, geborene Gräfin von Teba, die Tochter des Herzogs von Montijo und Peneranda, das ſchönſte Weib in Paris und ſeit mehr als zwei Jahren die Gemahlin des Kaiſers der Franzoſen Louis Napoleon, war in dieſer Nacht eines Knäbleins geneſen. GanzFrankreich feierte dieſen Tag, den ſechszenten
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