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Zweifache Treue : Erzählung / von L. Kruse
Entstehung
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ihr juͤngſter Knabe, den ſie einſt gern Baptiſt haͤtte taufen laſſen, plötzlich krank. Die gute Mutter wich nicht von ſeinem Bette, allein Liebe und Sorgfalt waren gleich vergeblich; gegen Mitternacht des achten Tages legte ſich ein todtenaͤhnlicher Schleier uͤber das holde Antlitz. Sie lauſchte mit klopfendem Herzen dem im⸗ mer ſchwereren Athemholen. Da toͤnte dumpf, wie einſt fruͤher, das dreimali⸗ ge leiſe Klopfen an der Scheibe. Kurz nachher noch einmal.»Rufſt Du, An⸗ na?« fragte Fanny ahnend und leiſe voder wie ſoll ich mir dies erklaͤren*6 Unruhig erhob und naͤherte ſie ſich dem Fenſter, ohne ſelbſt zu wiſſen in welcher Abſicht, denn ſie erwartete nicht, etwas zu ſehen. Das geſchah auch nicht, doch ganz in ihrer Naͤhe wiederholten ſich die drei langſamen Schlaͤge zum dritten Ma⸗ le ſo ſchwach, und ſo zart klingend, daß