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Zweifache Treue : Erzählung / von L. Kruse
Entstehung
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fullten ſie oft, aber ihr Gemuͤth wurde ruhiger. Als der Morgen kaum daͤmmer⸗ te, trat ſie, von einem kleinen Geraͤuſch hingezogen, leiſe in das Schlafzimmer der Kinder; dort fand ſie auf dem Tiſche einen an ſie gerichteten Brief von dem Bruder. Er enthielt eine klare, ruhige Auseinanderſetzung ihrer Lage, und be⸗ wies, daß, ſowohl nach geiſtlichen als weltlichen Rechten, ihre Ruhe, ihre Zu⸗ kunft und die ihrer Kinder, eine Tren⸗ nung, welche die Ehre und die oͤffentliche Meinung billigen mußten, von einem Manne forderten, der ſie nie verſtanden, nie gewuͤrdigt, und ſelbſt durch ihre Ent⸗ fernung freieren Athem ſchöpfen wuͤrde. Er gab Mittel an, wie dies, ohne Auf⸗ ſehen zu erregen, auf eine Art eingelei⸗ tet werden koͤnne, die vielleicht dem noch ungewiſſen Ausgang der uber den Gatten verhaͤngten Unterſuchung ſelbſt eine milde⸗